Segeln boomt, und damit Neulingen der Einstieg in diese lebensbereichernde Leidenschaft gelingt, hat Boataround die wichtigsten Hinweise für den ersten Törn zu einem Ratgeber verdichtet. Die meisten Probleme beim ersten Segelurlaub entwickeln sich nicht zu dramatischen Notfällen. Mit guter Vorbereitung lassen sie sich meist bereits im Vorfeld vermeiden. «Die meisten Pannen passieren nicht unbedingt auf hoher See, sondern schon bei der Planung», sagt CEO und Mitgründer Pavel Pribis. «Wer Boot, Revier und Crew realistisch aufeinander abstimmt, segelt entspannter.»

Endlich heisst es «Leinen los!» © unsplash

Welcher Bootstyp passt?

Die erste Regel lautet somit: Das Boot wird passend zum Vorhaben und zur Erfahrung gewählt, nicht bloss zu den eigenen Ambitionen. Eine kleinere Segelyacht ist für den ersten richtigen Törn deutlich leichter zu handhaben als ein 50-Fuss-Vehikel. Ein Katamaran wiederum liegt stabiler im Wasser und bietet mehr Platz als andere Bootstypen – das ist ideal für Familien und für Crewmitglieder, die zu Seekrankheit neigen. Seine breitere Abmessung kann verschiedene Richtungsmanöver allerdings anspruchsvoller machen und schränkt zudem die Verfügbarkeit passender Liegeplätze ein. Für eine erste Segelcharter bietet sich an, auf ein Boot mit Bugstrahlruder zu setzen. Dieses gibt dem Skipper mehr Kontrolle insbesondere bei langsamen Manövern, vor allem in engen Marinas und bei Seitenwind. Selbstverständlich ist es keine Ausrede für eine mangelhafte praktische Vorbereitung oder gar den fehlenden Austausch mit der Crew. Geschützte Gewässer, kurze Etappen und ein dichtes Netz an Häfen erleichtern den Anfang ungemein. Kroatien – etwa der Šibenik-Archipel oder die Kornaten –, aber auch das Ionische Meer in Griechenland eignen sich gut für den Anfang.

Der beste Start gelingt zusammen mit erfahrenen SeglerInnen. © Andrej Lisakov, unsplash

Erfahrung zählt an Bord

Für längere Distanzen oder das Segeln mit Familie und FreundInnen gilt: Entweder einen Skipper buchen oder sicherstellen, dass mindestens eine wirklich erfahrene Person mit an Bord ist. Auch SeglerInnen mit langjähriger Erfahrung buchen gerne einen Skipper. Dabei gilt es gleichzeitig zu klären, ob eine zusätzliche Kabine nötig ist, weil die Zahl der Reisenden steigt. Es ist ausserdem üblich, dass die Crew für die Verpflegung des Skippers an Bord sorgt, mitunter auch bei der Hafenlandung. Entsprechend sollte dies auch im Gesamtbudget von Anfang an kalkuliert werden. Nicht jeder Segelschein berechtigt zur Miete bzw. zur Fahrt jedes Boots oder ist in jedem Land gültig. Wer erstmalig in einem bestimmten Land segelt und betreffend die Gültigkeit unsicher ist, kann vor der Buchung Kontakt mit dem Service-Team von Boataround aufnehmen und erhält zuverlässige Auskunft. Keinesfalls sollte man einfach annehmen, dass der Segelschein des Heimatlands automatisch auch in der Feriendestination gültig ist. Dies hängt nicht zuletzt auch von der Grösse und der Motorleistung des Boots ab, genauso wie von der Reiseroute und den Versicherungskonditionen des Vermieters.

Welcher Hafen wird angepeilt? © Boataround

Dokumentierte Übernahme

Vor dem Ablegen sollte das Boot unbedingt gemeinsam mit einer Person der Charterbasis abgegangen werden. Dabei wird stark empfohlen, dass reichlich Fotos von der Aussenwand, dem Ruder, der Schiffschraube, vom Deck und der Inneneinrichtung angefertigt werden. Sichtbare Kratzer oder andere Defekte sollten zudem schriftlich erfasst und vom Vermieter bestätigt werden. Der Motor, Steuer und Ruder, Ankervorrichtung, Navigationslichter, Funkstation, Toiletten und Bilgenpumpen sollten getestet werden, bevor die Reise losgeht. Treibstoff- und Wasserstände sollten festgehalten, das Vorhandensein und der Aufbewahrungsort von Rettungswesten, Feuerlöschern, Notpinne, Leuchtraketen und Erste-Hilfe-Koffer geprüft werden. Zudem sollte man die Notfall-Telefonnummer der Charter-Base erfragen. Essenziell ist ausserdem ein ausreichender Vorrat an Trinkwasser, um sicher bis zum ersten geplanten Halt zu kommen.

Alternative Ankerplätze sollten bekannt sein. © Rebecca Stremitzer, unsplash

Wer ist zuständig?

Vor dem ersten Manöver muss die Aufgabenverteilung für den Umgang mit Leinen, Fendern und dem Anker geklärt sein. Jede/r muss sicher wissen, wo die Sicherheitsausrüstung aufbewahrt wird und wie er oder sie sich verhalten soll, falls jemand über Bord fällt. Eine kurze Einweisung verhindert, dass sechs Personen unterschiedliche Anweisungen geben, wenn das Boot zum ersten Mal in einen Yachthafen einläuft.

Von Wetter, Distanzen und Grenzen

Das Wetter ist der SeglerInnen bester Freund – aber das kann sich rasch drehen. Daher gilt es, Vorhersagen immer wieder zu checken und sich auch über die regionalen Wind- und Strömungsverhältnisse zu informieren. Neulinge sollten sich nicht zu lange Etappen vornehmen und pro Tag eher nur 15 bis 25 Seemeilen einplanen. Bereits vor der Abfahrt sollte unbedingt eine späteste Ankunftszeit festgelegt werden, und für jeden geplanten Zwischenstopp mindestens ein alternativer Hafen oder Ankerplatz bekannt sein. Bevor eine internationale Grenze überquert wird, müssen die erforderlichen Aus- und Einreiseformalitäten mit der Charterbasis und den zuständigen Hafenbehörden abgeklärt sein. Keinesfalls ist davon auszugehen, dass man einfach in einem beliebigen Yachthafen anlegen kann. Die Schiffsdokumente, eine Besatzungsliste und die Reisepässe der gesamten Crew sollten während der Reise stets griffbereit sein.

Auch Entspannung hat seinen Platz an Bord. © Boataround

Über Boataround: Das international erfolgreiche Unternehmen wurde im Februar 2016 von Pavel Pribis und Jana Escher gegründet. Ziel war es, einen einfachen, transparenten und sicheren Buchungsprozess für die Miete von Segelyachten unterschiedlichster Grösse und Ausstattung zu etablieren. Auf der Plattform vermittelt Boataround heute fast 27’000 Boote in 105 Ländern.