Eilande wie Edelsteine
Wie der Inhalt einer Schatztruhe, den ein Riese über dem Meer ausgeschüttet hat: Ein Blick auf die Brillanz des Insel-Juwels im Indischen Ozean.

Wie der Inhalt einer Schatztruhe, den ein Riese über dem Meer ausgeschüttet hat: Ein Blick auf die Brillanz des Insel-Juwels im Indischen Ozean.

Also gut, vielleicht wirkt es weniger wie der Inhalt einer Schatztruhe, sondern eher wie ein hochkarätiges Bracelet, das sich ein Riese vom Handgelenk gerissen hat – jedenfalls wenn man die Malediven von oben betrachtet, ist verständlich, warum das Wort in der maledivischen Sprache «Inselkette» bedeutet. Um bei der Vorstellung von Schmuck zu bleiben: «Atohlhu» ist mit rund 1190 Inseln «besetzt». Ungeachtet dessen für welche sich Gäste entscheiden, die Liebe ist lupenrein. Man setzt die Füsse auf Sand so hell und fein wie Perlenstaub, oder je nach nach Ausmass der akuten Euphorie: Diamantenstaub. Man schwimmt, taucht oder paddelt wie in einem liquiden Saphir, der je nach Lichteinfall tiefblau oder türkis schillert. Nach dem Untergang der Sonne, die an einen glühenden Rubin erinnert, geniesst man «Hedhikaa» zum Abendessen, herzhafte Häppchen wie etwa frittierte Fischbällchen oder knusprig umhüllte Garnelen.

Geht die Sonne um 6 Uhr wieder auf, nun eher mit der Leuchtkraft eines Citrins, gibt es Fisch zum Frühstück. Wie könnte es bei einem Inselstaat anders sein! «Mas Huni» ist ein Mix aus geriebenem Thunfisch, Kokosraspeln und roten Zwiebeln, abgeschmeckt mit Limettensaft und Chili. Den Tag hindurch folgen fermentierte Freuden, denn die Konservierungs- und Veredelungsmethode ist hier seit Generationen verankert. Und über allem, quasi wie Goldstaub, flirrt ein kulinarisches Erbe: die Kokospalme.
Tief in der Kultur verwurzelt, ist «Ruh» der Nationalbaum der Malediven, wo die Menschen fast jeden Teil der Pflanze zu nutzen wissen. Generationen von Inselbewohnern leben im Rhythmus des Baumes, den sie umgibt – sie prägen das Landschaftsbild. So beobachtet man staunend, wie Kokosnusspflücker flink die dünnen, windgebogenen Stämme emporklettern, um an die smaragdgrünen bis tigeraugenbraunen Früchte zu gelangen. Denn schon die junge Kurumba-Kokosnuss dient als Durstlöscher. Reich an Elektrolyten ist ihr Saft eine willkommene Erfrischung in den tropischen Breitengraden. Wer nicht schlürfen mag, löffelt ihr weiches Fruchtfleisch aus.

Während der erquickte Gast sich am süsslichen Sagt labt, hält er das, was er mit den Händen umklammert, einfach für eine Kokosnuss. Die Einheimischen aber geben den kiloschweren Kugeln je nach Wachstumsphase andere Namen und schreiben ihnen unterschiedliche Bedeutungen zu. Die reife Variante beispielsweise, die man geraspelt snackt, heisst «Kaashi». Klar, es gibt hier Kokosnüsse wie Sand am Meer, jedoch bergen manche eine kulinarische Kostbarkeit: Selten keimt im Innern der Kokosnüsse ein weicher, schwammiger «Apfel», «Mudi Kaashi» genannt. Die Jagd auf die wahren Delikatessen, auf die sich findige Familien und allen voran fröhliche Kinder begeben, heisst « Valuthere», was so viel bedeutet wie «Schatzsuche».
Genuss ist wie ein handverlesener Edelstein, der am schönsten glänzt, wenn er in Demut und Respekt gefasst ist. So verkörpert die Kokospalme nicht nur die Stärke der Gemeinschaft, sondern auch die tiefe Verbindung mit der Umgebung und den respektvollen Umgang mit Ressourcen. So ist die Palme selbst, von der Wurzel bis zum Wedel, ein Paradebeispiel für nachhaltiges Wirtschaften, das die Malediven vorantreiben: Sie liefert nicht nur leckere Milch und nahrhafte Raspeln, sondern auch Fasern für Seile, Fischernetze oder Matratzenfüllungen und sogar für handgefertigte Flechtkunstwerke wie auch für traditionelle Dächer. Relaxt man also auf der Veranda seiner Villa, ist man buchstäblich «überdacht» vom Engagement der Malediven, ihren Naturschatz zu bewahren.
Schweift das Auge vom dichten Palmengrün zum Ozeanblau, entdeckt man weit und breit keine andere Hotelanlage: Das «One-Island-Resort»-Modell steht im Zentrum des verantwortungsbewussten Handels. Weiter sind es unter anderem erneuerbare Energien, Regenwassernutzung, Plastikfrei-Initiativen sowie Seegras- und Korallenschutz-Programme, mit denen sich die Malediven als Vorreiter im Klimaschutz etablieren. Dies unterstreichen die Auszeichnungen «World’s Leading Green Destination 2024» und «Indian Ocean’s Leading Green Destination 2025».
Nach «goldwerten» Erfahrungen wie Dinners bei Sonnenuntergang, Strandspaziergängen oder Tierbeobachtungen, lässt man die Inseln und Inselchen schliesslich hinter sich – mit einer exklusiven Kollektion von Sinneseindrücken, für deren «Transport» man keine Truhe braucht, auch weil sie nicht sichtbar sind … Moment, vielleicht doch: Man strahlt, denn das Gemüt ist auf «glänzend» poliert.
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