Der Granit trotzt den meterhohen Wellen, die Eiche dem atlantischen Wind, der Menhir dem Zahn der Zeit: Es braucht ganz schön viel Widerstandskraft, um am nordwestlichsten Zipfel Frankreichs über die Jahrhunderte zu bestehen. Gleichzeitig hat die Bretagne schon immer Landschaften und Menschen hervorgebracht, die auch jede Menge Energie bewahren und weitergeben können. Um einen Gang runterzuschalten, den Akku aufzuladen und sich auf das Wesentliche zu besinnen, eignet sich der Nordwesten Frankreichs darum hervorragend – gerade in der ruhigen Zwischensaison.

Grünes La Gacilly

Die Reise beginnt im Landesinneren des Départements Morbihan. Hier kommt im grünen Aff-Tal bald einmal das Dorf La Gacilly in Sichtweite. Wer an den Häuschen mit ihren farbigen Fensterläden entlangschlendert, trifft auf jede Menge Kunsthandwerk, aber auch auf aussergewöhnliche Fassaden. Denn jeden Sommer findet hier das grösste Open-Air-Fotofestival Europas statt – mit grossformatigen Bildern aus aller Welt. Nach dem Besuch der Ausstellung pilgern Gäste dann zum Wellness-Hotel «La Grée des Landes», ein Öko-Spa-Betrieb unter der Marke Yves Rocher. So klingt der erste Reisetag mit sanftem Yoga, Hamam, heissen Bädern, einer Kamillenmassage und freiem Blick auf das Aff-Tal aus.

  • In La Gacilly werden die Fassaden zu Ausstellungsflächen. © Noémie Lefèvre, Tourisme Bretagne

Menhire in Carnac

Die Erholungstour führt nun westwärts nach Carnac, wo sich die Kraft des Meeres und die Geheimnisse uralter Steinformationen begegnen. Die berühmten Menhir-Reihen gehören mittlerweile zum UNESCO-Weltkulturerbe und lassen sich im Rahmen einer Führung oder auf den Wanderwegen entdecken. Doch die Region hat durchaus auch ihre modernen Wohlfühl- Seiten: Das stellen Gäste im renovierten «Thalazur Carnac Hôtel Les Salines et Spa» fest, das von der Küstenregion und den umliegenden Salinen inspiriert ist. So viel Salz und Licht ziehen Reisende derart in ihren Bann, dass sie ihren Aufenthalt gleich noch um einen erholsamen Strandtag verlängern.

Im Rhythmus von Fouesnant

Noch weiter westlich gibt es an der Südküste des Départements du Finistère noch einiges zu entdecken. Für erste unverzichtbare Zwischenstopps bieten sich der kleine Fischerhafen von Doëlan mit seinen beiden gestreiften Leuchttürmen oder die nahe Pointe de Mousterlin mit ihrem Gezeiten-Spektakel an. Wer Lust auf ein maritimes Abenteuer hat, setzt dagegen per Katamaran die Segel Richtung Glénan-Archipel: Sieben kleine Inseln mit weissen Stränden liegen in einem Binnenmeer mit klarem, türkisfarbenem Wasser, – schwer zu glauben, segelt man bei diesem tropischen Anblick nicht auf den Gestaden der Seychellen, sondern in der Bretagne.

  • Frisch renoviert: das «Thalazur Carnac». © Marjorie Hodiesne

Ausklang in Audierne

Noch einmal geht es am letzten Tag weiter westwärts, dorthin, wo die Bretagne wilder, karger und imposanter wird. Im Départment Finistère wird die Pointe du Raz angepeilt, ein spektakulärer Aussichtspunkt mit Blick auf das Iroise-Meer – je weiter man 70 Meter über dem Atlantik voranschreitet, desto eindringlicher wird die Landschaft. In Audierne gibt es anschliessend mit dem «Maison Le Goyen» noch ein letztes Hotel zu entdecken, das den Abschied mit Hafenblick und Spa erleichtert. Dieses letzte Etappenziel bündelt die gesammelte Energie der vergangenen Tage für die Rückkehr Richtung Osten – mit erholtem Körper und dem ewigen Meer im Kopf.

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