«Wir haben uns klar positioniert»
Von Badeferien bis Camper-Reisen: Managing Director Philipp von Czapiewski erklärt im Interview, wo TUI Suisse wächst – und welche Destinationen im Trend liegen.

Von Badeferien bis Camper-Reisen: Managing Director Philipp von Czapiewski erklärt im Interview, wo TUI Suisse wächst – und welche Destinationen im Trend liegen.

Herr von Czapiewski, Sie führen TUI Suisse seit gut fünf Jahren. Welche Weichen konnten Sie dabei stellen?
In den ersten zwei Jahren stand das Krisenmanagement während der Pandemie im Vordergrund. Seit deren Ende konzentrieren wir uns auf strategische Weiterentwicklung und Wachstum.
Wie hat sich das Unternehmen in dieser Zeit verändert?
Wir haben unsere Differenzierungsstrategie konsequent weiterverfolgt und uns dadurch als Marke klar positioniert. Heute sind wir der Reisegeneralist mit dem breitesten Angebotsportfolio im Schweizer Markt – von Badeferien bis Camper-Reisen und mit starken eigenen Produkten wie unseren Hotelmarken, Kreuzfahrt-Reedereien sowie Touren und Aktivitäten. Einmalig ist dabei die Verbindung aus persönlicher Betreuung in den Filialen und digitalen Services über Website und App, was unseren Gästen ein nahtloses Reiseerlebnis von der Buchung bis zur Rückkehr ermöglicht. Gleichzeitig bieten wir mit unserem weltweiten 24/7-Krisenmanagement und Teams in allen Zielgebieten ein Höchstmass an Sicherheit und Flexibilität. Darüber hinaus haben wir unser Erscheinungsbild und unsere Arbeitgeberattraktivität gestärkt, etwa durch top moderne Filialen und unseren neuen Hauptsitz in Zürich.

Sie waren zuvor bei TUI Deutschland tätig. Worin unterscheidet sich denn der deutsche vom Schweizer Reisemarkt?
Der Schweizer Markt unterscheidet sich in mehreren Dimensionen. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind geprägt durch eine höhere Kaufkraft der Gäste in Kombination mit einem international starken Schweizer Franken als Währung. Gäste erwarten gleichzeitig einen hohen Standard bei Qualität und Service. Strukturell ist der Markt kleiner und stark konzentriert mit den meisten Abflügen ab Zürich, gefolgt von den kleineren Flughäfen wie Basel, Bern und Genf. Gleichzeitig gibt es viele Anbieter, was den Wettbewerb intensiv macht.
Ist die Nachfrage nach Reisen hierzulande nach wie vor gross?
Die Nachfrage ist und bleibt hoch, auch dank der stabilen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Auffällig ist, dass sich die Saisonzeiten leicht verschieben und zum Beispiel Reisen im Herbst immer beliebter wird. Vor allem bei griechischen Reisezielen wie Kreta, Kos oder Rhodos sehen wir, dass die Saison grundsätzlich länger wird. Im vergangenen Herbst waren Reisen bis Mitte November möglich, auch einige unserer eigenen TUI Hotels hatten länger geöffnet.
Es gehört zu Ihrer Strategie, die Produkte mehr als ein Jahr im Voraus buchbar zu machen. Zahlt sich das aus?
Ja. Für die Gäste ermöglicht dies eine langfristige Planung. Das zahlt sich zum Beispiel für Stammgäste aus, die ihr Wunschzimmer an ihrer Lieblingsdestination für einen ganz bestimmten Reisezeitraum buchen möchten. Für sie ist die frühe Buchbarkeit ein grosser Mehrwert, wir erhalten viel positives Feedback.
Andererseits ist auch die Last-Minute-Nachfrage stark. Wie passt das zusammen?
Unser Gäste-Mix ist vielfältig und wir bieten Angebote für unterschiedliche Kundenbedürfnisse. Es gibt zahlreiche Kunden, die grundsätzlich flexibel beim Reisen sind und offen bezüglich der Reisezeiträume, -ziele und der Unterkünfte. Sie warten teilweise gezielt auf Last-Minute-Aktionen, bei denen wir attraktive Restplätze an beliebten Reisezielen bewerben.
Welche Reiseziele empfehlen Sie Kurzentschlossenen, und welche Fernziele sind bei TUI Suisse derzeit besonders angesagt?
Kurzentschlossenen, die jetzt verreisen möchten, empfehle ich Ägypten und die Kanaren – oder Thailand und die Karibik, wenn es sie in die Ferne zieht. Im Winter sind zudem die Malediven und Thailand besonders beliebt, ebenso wie Tansania, die Vereinigten Arabischen Emirate oder die Karibik. Neu im Trend liegt Sri Lanka.
In welche Richtung kann das TUI-Suisse-Portfolio bei den Reisezielen noch wachsen?
Als Konzern wachsen wir aktuell in diversen Bereichen, von Hotels und Resorts über Touren und Aktivitäten bis hin zur Erschliessung von neuen Destinationen für Badeferien. Seit einigen Jahren entwickeln wir zum Beispiel konsequent und schrittweise die Destinationen Kapverden und Sansibar. Das heisst, dass wir vor Ort mit mehreren Hotelmarken vertreten sind, die sich jeweils an unterschiedliche Zielgruppen richten. Der Oman ist die nächste Trenddestination, die wir ab Winter 2027/28 mit eigenen Hotels erschliessen werden.

TUI will das Angebot auch bei eigenen Hotelmarken ausbauen. Warum?
Der Bereich Hotels und Resorts ist ein grosser Wachstumstreiber. Unsere eigenen Hotelmarken wie beispielsweise Robinson, TUI Magic Life oder TUI Blue sind ein wichtiger Teil unserer Differenzierungsstrategie. Die Häuser kommen gut bei unseren Gästen an und erfreuen sich einer besonders hohen Kundenzufriedenheit. Dasselbe gilt für unsere Kreuzfahrten mit «Mein Schiff» und Hapag-Lloyd Cruises.
Mit welchen Hotel-Konzepten kann man sich denn von der Konkurrenz abheben?
Jedes Konzept hat einen anderen Schwerpunkt und andere Zielgruppen. TUI Magic Life steht zum Beispiel für entspannte Clubferien mit einem abwechslungsreichen, internationalen und breiten Sport- und Entertainmentangebot. Unsere neue Marke im gehobenen Segment, «The Mora», fokussiert gezielt auf entspannten, modernen Luxus mit totaler Flexibilität und authentischen Erlebnissen.
TUI Suisse will auch in der Digitalisierung wachsen. Wo setzen Sie Schwerpunkte?
Digitalisierung und der Einsatz von Künstlicher Intelligenz spielen für uns eine wichtige Rolle in der Weiterentwicklung des Unternehmens. Wir konzentrieren uns darauf, das Kundenerlebnis kontinuierlich zu verbessern und unsere Abläufe so weiterzuentwickeln, dass wir Qualität, Effizienz und Geschwindigkeit weiter steigern.

Wie profitieren die Kunden von diesen Tools?
Die ideale Kombination aus persönlicher und digitaler Betreuung verbessert das Kundenerlebnis rund um die Reise deutlich. Im Rahmen der Beratung durch einen unserer Experten erhalten unsere Kunden beispielsweise eine Offerte per Mail in Form einer persönlichen, übersichtlichen Mini-Webseite mit Angeboten, die sie direkt buchen können. Und mit der myTUI-App haben Gäste alle Informationen zur Reise immer griffbereit, vom Flug über den Transfer bis zu Zusatzleistungen und der Kommunikation mit uns. Alles ist an einem Ort und jederzeit verfügbar, also ideal für ein entspanntes Reiseerlebnis.
Und zuletzt: Welche Destinationen peilen Sie persönlich in den nächsten Monaten an?
Das nächste Ziel ist Norddeutschland, wo wir als Familie Weihnachten feiern werden. Für die Frühlingsferien planen wir Badeferien, voraussichtlich in Nordafrika.
Wenn Sie auf „Alle Cookies akzeptieren“ klicken, stimmen Sie der Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät zu, um die Websitenavigation zu verbessern, die Websitenutzung zu analysieren und unsere Marketingbemühungen zu unterstützen.
